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SIKO steigert Termintreue mit ERP-Software
23.10.2009
Mit Einführung der integrierten ERP-Komplettsoftware proALPHA sparte der Messtechnikhersteller SIKO bis zu drei Tage pro Durchgang in der Auftragsbearbeitung. Unerwartet stieg auch die Liefertermintreue auf bis dahin nie erreichte 95 %.
BUCHENBACH (lz). Die SIKO GmbH entwickelt und produziert mit 170 Mitarbeitern Längen- und Winkelmesssysteme für den Maschinenbau – von mechanischen Positionsanzeigen über elektronische und magnetische Messtechniken bis zu Stellantrieben für Maschinenachsen. Das Familienunternehmen hat weltweit 30 Handelspartner sowie Töchter in der Schweiz, Italien, USA und China.
Bis 2007 prägten eine 1995 angeschaffte ERP-Software sowie etliche, meist in Office-Anwendungen realisierte Subsysteme die IT-Landschaft bei SIKO. Doch umständliche Abläufe und schlechte Datenauswertungsmöglichkeiten ließen die Unzufriedenheit wachsen. Als auch noch Fortbestand der Lösung und die Betreuungskapazität des Anbieters unsicher schienen, gab Geschäftsführer Horst Wandres grünes Licht für eine neue ERP-Gesamtlösung.
Laut seiner Vorgabe kamen nur mittelstandserfahrene Anbieter und eine bewährte Basistechnologie in Frage. Ein zehnköpfiges Team nahm sich Zeit für eine sorgfältige Auswahl. Die Entscheidung fiel auf das ERP-Systemhaus Alpha Business Solutions AG und die integrierte ERP-Software proALPHA. Vor allem die hohe Abdeckung der SIKO-Abläufe schon im Standard gab den Ausschlag. Auch die Mehrfenstertechnik, mit der sich Informationen verschiedener Bereiche zu einer individuellen Bildschirmansicht vernetzen lassen, überzeugte.
In einem Prototyp wurde die geschäftskritische Variantenkonfiguration abgebildet, dann begann die Ausbildung der Key User. Die Geschäftsprozesse wurden modelliert und dokumentiert, notwendige Schnittstellen und Anpassungen programmiert und getestet. Die meisten Standardabläufe aus proALPHA konnten übernommen werden, was der Belegschaft den Umstieg erleichterte. Nach zwei Integrationstests wurde nach proALPHA migriert.
Verbesserungen zeigten sich früh: Die detaillierte Stücklistenauflösung des Variantenkonfigurators gab der Disposition klare Sicht auf die Anforderungen und Bestände. Als Folge wurden deutlich weniger Fehlteile gemeldet. Die Arbeitsvorbereitung kann im Dispokonto außerdem nicht angekündigte Mengenänderungen früh identifizieren. Unerwartet stieg auch die Liefertermintreue durch die konsequente Fokussierung der Disposition auf Terminarten – von vorher maximal 88 auf über 90 %, 2008 dann auf durchschnittlich 95 %.
Am deutlichsten profitierte das Auftragswesen von dem nunmehr nahtlosen ERP-Zusammenspiel mit den Office-Produkten. "Statt Belege weiterzureichen, werden Dokumente jetzt per Änderungsinformation vom System angestoßen, dort per Änderungsbeleg verwaltet und dann im DMS abgelegt. Das erleichtert auch ohne Workflow schon viel", sagt Key User Sandra Schweizer.
Der Auftragsdurchlauf verkürzte sich von ein bis drei Tagen auf wenige Stunden. "Aufträge stehen sofort nach Erfassung und Freigabe der Arbeitsvorbereitung zur Verfügung. Die Auftragsliegezeiten betragen unter vier Stunden, ohne dass wir Belege im Vertrieb einsammeln müssen", so Projektleiter Lothar Schlachter. Mehrere Tage ließen sich auch bei der Inventur sparen, wo vorher Lagerbestände und Zähllisten über Disketten zusammengeführt wurden.
Das Altsystem diente noch bis zum Wechsel als Datenlager für Historie und Statistiken. Inzwischen wurden die Prozesse bei SIKO grundlegend überarbeitet. Mehr als 70 User arbeiten heute mit proALPHA 5.1., dem Variantenkonfigurator sowie dem OLAP-basierten Analysewerkzeug. Angebunden wurden das Haenel Hochregallagersystem und per Standardschnittstelle die Exportsoftware Format. Stammhaus, Vertriebs- und Produktionstöchter wurden über die Intercompany-Plattform vernetzt.
Künftig soll die ERP-gestützte Reklamationsabwicklung noch intensiver genutzt und die Auftragsannahme neu über EDI organisiert werden. Auch die integrierte Multiressourcenplanung proALPHA APS soll hinzukommen. Ziel ist, dass der Vertrieb verlässliche Terminaussagen schon in der Angebotsphase oder im Auftragsfall abgeben kann, ohne noch die Fachbereiche zu befragen. Projektleiter Schlachter ist rundherum zufrieden: "Dabei haben wir noch längst nicht alle Möglichkeiten des Systems ausgeschöpft."





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